SprachBrücke sammelt Erfahrungen, Methoden und Hintergründe aus dem ehrenamtlichen Deutschunterricht für Geflüchtete – von der ersten Vokabel bis zum Praktikumsleitfaden. Inspiriert von realen Sprachkurs-Initiativen wie „Das Leiningerland macht mit" in Grünstadt.
Seit 2015 haben sich in vielen deutschen Gemeinden ehrenamtliche Sprachkurse für Geflüchtete etabliert – oft ohne pädagogische Ausbildung, aber mit viel Engagement.
Nach 2015 entstanden in zahlreichen deutschen Städten und Gemeinden ehrenamtliche Initiativen, die Geflüchteten beim Ankommen halfen – häufig mit einem Schwerpunkt auf Deutsch als Fremdsprache (DaF). Ohne formale Sprachlehrausbildung entwickelten viele engagierte Freiwillige eigene, oft sehr praxisnahe Methoden: Arbeit mit Alltagsgegenständen, Zahlendiktate, Rollenspiele mit Polizei oder Behörden, und viel Wiederholung.
SprachBrücke sammelt und ordnet solche Erfahrungen ein – als Ressource für alle, die selbst ehrenamtlich unterrichten möchten oder sich für die Praxis der Sprachintegration interessieren.
Ein anschauliches Beispiel für eine solche Initiative war „Das Leiningerland macht mit" in Grünstadt (Rheinland-Pfalz): eine mehrsprachige Webseite (Deutsch, Englisch, Französisch) mit Informationen für Geflüchtete, Hinweisen für Helfer:innen und Spender:innen sowie einem ausführlichen Kurstagebuch einer ehrenamtlichen Deutschlehrerin. Dokumentiert wurden dort unter anderem Wortschatzarbeit zu Alltagsthemen, Zahlendiktate, ein Besuch der örtlichen Polizei zum Vertrauensaufbau sowie Berufsorientierung mithilfe einer Broschüre für den Einstieg ins Berufsleben.
Ansätze, die sich in ehrenamtlichen Sprachkursen wiederholt bewährt haben.
Wortschatz zu Küche, Wohnung und Einkauf lässt sich mit realen Gegenständen vor Ort deutlich leichter vermitteln als abstrakt.
Zahlen, Begrüßungsformen und Kernvokabular profitieren von täglicher, lauter Wiederholung über mehrere Wochen.
Simulierte Begegnungen mit Polizei oder Ämtern nehmen Unsicherheit und bauen Vertrauen in reale Situationen auf.
Fragen nach Berufswunsch und -weg motivieren zusätzlich und verknüpfen Sprache direkt mit konkreten Zielen.
Erfahrungsberichte und Hintergründe aus ehrenamtlichen Sprachkursen.
Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die selbst ehrenamtlich Deutschkurse für Geflüchtete anbieten möchten oder sich für die Praxis dahinter interessieren – auf Basis von Erfahrungen, wie sie unter anderem in der Initiative „Das Leiningerland macht mit" dokumentiert wurden.
Formale Integrationskurse decken oft nicht sofort den Bedarf an Deutschkenntnissen, besonders in der ersten Zeit nach der Ankunft. Ehrenamtliche Sprachangebote schließen diese Lücke häufig informell – mit direktem, alltagsnahem Fokus auf das, was im Alltag sofort gebraucht wird: Einkauf, Behördengänge, erste Gespräche mit Nachbar:innen.
| Thema | Beispiele |
|---|---|
| Zahlen & Alltag | Preise, Uhrzeiten, Telefonnummern |
| Familie & Begrüßung | Vorstellung, Höflichkeitsformen |
| Haushalt & Küche | Zimmer, Gegenstände, Lebensmittel |
| Behörden & Gesundheit | Arzttermine, Ämter, einfache Formulare |
| Beruf & Bildung | Berufswünsche, Praktikum, Ausbildung |
Wiederholung gilt in der Praxis als eines der wirksamsten Prinzipien im Anfängerunterricht: Kernvokabular wird über mehrere Wochen hinweg in unterschiedlichen Kontexten wiederholt, statt einmalig eingeführt zu werden. Ebenso hilfreich sind reale Gegenstände und Alltagssituationen anstelle abstrakter Übungen, sowie kleine Erfolgserlebnisse (etwa lautes Vorlesen vor der Gruppe mit anschließendem Applaus), die Motivation und Selbstvertrauen stärken.
Weitere Erfahrungsberichte und Methodenbeispiele veröffentlichen wir laufend in unserem Blog.
Wir freuen uns über Erfahrungsberichte, Fragen oder Hinweise zu weiteren Initiativen im Bereich Sprachförderung.
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